Wann ist Wein sortenrein?

„Das ist ein Merlot.“ Ja, aber zu wie viel Prozent? 100, hier steht nichts anderes, oder? Der Wein ist meist nicht sortenrein – das ist sehr wahrscheinlich. Was bedeutet Sortiereinheit?

Wann ist Wein sortenrein


Wann ist Wein sortenrein?

Man meint ja, man wüsste schon alles über Wein und dann ist man noch der Meinung, dass Wein sortenrein angeboten werden würde. Das ist nicht gerade auf langer Tradition basierend, sondern eher eine recht neuzeitliche Erfindung. Es gibt die sortenreinen Weine noch nicht sehr lange und sie sind noch viel seltener, als man glaubt. Die Cuvée – der Weinverschnitt – ist weitaus häufiger. Das sieht man der Flasche meist nicht an und das ist auch eher zu unserem Vorteil. Klingt komisch, oder? Genau das schauen wir uns nun an.

Grenzen je nach Herkunft

In der EU gelten Bestimmungen, nach denen bei 85% ein Wein als reinsortig gilt, 15% können beliebig beigemischt werden, was nicht auf dem Etikett angegeben werden muss. In den USA und in Australien liegt diese Grenze bei 75%. Demnach darf dort bis zu 25% Beimischung anderer Weine erfolgen, ohne dass es auf dem Etikett stehen müsste.

Der Sinn dahinter ist unsere Erwartungshaltung und die natürliche Schwankung in der Qualität. Wir haben eine bestimmte Erwartungshaltung bei einem Wein einer Rebsorte und einer bestimmten Marke. Das kann nicht in jedem Jahr gleich sein und genau das macht Qualitätsweine auch aus. Man hat nicht immer das gleiche Ergebnis, daher gibt es gute und weniger gute Jahrgänge. Die Unterschiede müssen aber nicht übermäßig ausfallen – daher kann man ohne Hinweis einen Ausgleich schaffen.

Verschnitt oder Cuvée

Von „Verschnitt“ – oder aber viel freundlicher „Cuvée“ – redet man, wenn mehr als die erlaubte Menge vermischt wird. Das kann auch Gründe haben, die durchaus positiv sind. Natürlich sind diese neben der konstanten Geschmacksqualität in der Komplexität zu suchen. Man kann durch eine geschickte Zusammensetzung in jedem Rezept einen vollmundigen Geschmack erzeugen, der dem Gaumen einen Genuss bereitet. Das gilt ebenso beim Essen wie bei Wein.

Sortenreinheit in der Weingeschichte

Es ist eher eine sehr moderne Sache, dass man wirklich sortenreine Weine produziert. Der Geschmack stand immer schon im Vordergrund. Sortenreine Weine sind selten und haben auch treue Freunde, deren besonderer Genuss in dem Erlebnis liegt, einen ganz besonderen Jahrgang erleben zu können.

Es darf also dem Geschmack überlassen werden, was man möchte und man muss, wenn es wirklich wichtig ist, dem Winzer vertrauen oder ihn konkret ansprechen. Das ist bei guten Weingütern sicherlich kein Problem. Der Genuss steht grundsätzlich jedoch an sich im Vordergrund und man muss vielleicht auch nicht jedes Detail wissen, wenn das Ergebnis gefällt.

Hinweis: Für viele Menschen ist ein guter Wein wie eine gute Massage für Körper und Seele - aber das sollte man nicht übertreiben. Trinken sollte man verantwortungsbewusst und umsichtig. Wenn man nachts nicht schlafen kann, dann könnte das auch am Alkohol liegen. Dieses und andere Zeichen sollte man beachten.

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.