Social Distancing kann krank machen

Social Distancing ist unsere aktuelle Lebensweise – seit Monaten. An Normalität ist nicht zu denken, zumindest nicht in der Form, die wir vor März 2020 hatten. Welchen Einfluss hat das auf uns?

Social Distancing ist unsere aktuelle Lebensweise – seit Monaten. An Normalität ist nicht zu denken, zumindest nicht in der Form, die wir vor März 2020 hatten. Welchen Einfluss hat das auf uns?

Social Distancing kann krank machen


Social Distancing kann krank machen

Social Distancing ist ein neues Wort und eine Art neuer Lebensweise – und sie löst in uns ganz differenzierte Dinge aus. Wir müssen uns daran gewöhnen, neue Regeln zu haben. Eine Maske zu tragen ist mittlerweile für viele Menschen Normalität, aber andere Menschen begreifen es nicht. Dabei gibt es eine Menge kurioser Beobachtungen:

  • Es wird ein Abstand empfohlen, der aber nicht gilt von links nach rechts (Benachbarte Kassenschlangen) aber von vorne nach hinten.
  • Abstände gelten nicht, wenn wir „nur mal eben“ etwas aus dem Regal brauchen.
  • Einkaufswagen werden Pflicht und dann lässt man sie stehen, weil man ja etwas nachschauen muss.
  • Es wird mit einem zweifelhaften Spray etwas gereinigt und dann mit einem Lappen verwischt, was bestenfalls Schmier-Effekt haben kann.
  • Wir sollen unbar zahlen und das immer genutzte Eingabefeld bedienen, das nie zwischendrin gereinigt wird.
  • In Fitness-Studios müssen die Geräte gereinigt werden – meist mit Sprühflaschen, die nie gereinigt werden, aber die wir anfassen müssen.
  • Viele ältere Menschen lehnen Hilfestellungen ab und riskieren es, auch gerne ohne Maske einkaufen zu gehen.
  • Menschen, die von der Maskenpflicht befrei werden, gehen trotzdem in Supermärkte oder nutzen dazu ihre Transportmittel.
  • Tanzsport ist mit maximal 10 Personen inkl. Trainer möglich, Tanzschulen sind sehr viel mehr Freiheiten zugestanden worden.

Wir leben demnach mit vielen unlogischen Phänomenen, die uns nicht verständlich sind und die auch dafür sorgen, dass wir mehr Meinungsmache erleben als Fakten auszutauschen. Diese werden oftmals auch unklar dargestellt.

Faktenlage mit Zahlen vom 09.07.2020:

  • Kreis Heinsberg 27 von 252.651
  • StädteRegion Aachen 11 von 552.472
  • Kreis Düren 4 von 262.072
  • Mönchengladbach 29 von 259.996
  • Kreis Viersen 9 von 298.422
  • Kreis Euskirchen 17 von 191.202

Fazit: 97 Menschen in der gesamten Region gelten als infiziert - von 1.816.815 (Irrtum vorbehalten)

Wir können also nicht gerade behaupten, dass wir eine Vielzahl bekannter Fälle haben. Das ist ein Fakt, den man auch mit viel Angst und Panik nicht diskutieren kann. Diese Zahlen sind zudem vorher gerade noch um 20 Infizierte in zwei/drei Tagen gesunken.

Dennoch halten wir Social Distancing für wichtig und erforderlich. Wahrscheinlich schaden uns Hygiene, Abstand, Respekt und Vernunft sowie Besonnenheit auch nicht. Großveranstaltungen, Bier- und Weinfeste sowie Partys sind vielleicht auch gerade keine gute Idee – aber wie gehen wir damit um, was wir hören und was man uns erzählt? Was macht unsere Gesundheit? Wie empfinden wir? Wie verhält man sich richtig? Niemand von uns ist sich wirklich sicher.

Die Unsicherheit liegt auch daran, dass wir Zahlen bekommen, die nicht vollständig sind, nicht immer richtig und die nicht übersichtlich sind. Man gibt uns kumulierte Werte an als „aktuell infiziert“ oder einfach „Covid19 Fälle“. Das ist nicht richtig. Daneben stehen die „Genesenen“.

Der einzig relevante Wert fehlt und muss meist selbst errechnet werden, der ist „Aktuell infiziert“. Warum bitte gibt man die Gesamtzahl der Menschen an, die historisch erkrankt sind und vergisst nicht einfach die Historie? Das alleine trägt zur Panikmache bei, denn wir reden in jedem anderen Kontext auch nur von den aktuellen Zahlen und nicht von den historischen Gesamtwerten.

Todesfälle sind auch nicht wirklich richtig dokumentiert, denn das RKI wollte ja keine Obduktionen – aus Sicherheitsgründen. Wenn ich die Todesursache aber nicht feststelle, dann kann ich auch keine Aussagen darüber machen. Das geschieht aber dennoch.

Unklare Aussagen, schlecht sowie falsch dargestellte Fakten (es waren nur kleine Beispiele) sorgen dafür, dass sich massiv unterschiedliche Meinungen bilden, die dazu führen, dass sich verschiedene „politische“ Lager bilden und die Fakten in den Hintergrund gehen, was zu einer Spaltung der Bevölkerung führt.

Abstand und Respekt, Hygiene und Vorsicht sind gut – grundsätzlich. Derzeit aber erleben wir einfach zu viele „Aluhut-Träger“, die meinen, alles sei vollkommener Unsinn und „Panik-Macher“, die aus Angst das Haus nicht mehr verlassen. Das alles belastet uns schon sehr und dazu kommt erst noch das „normale“ Social Distancing hinzu.

Was bedeutet Social Distancing?

Wir müssen die körperliche bzw. räumliche Distanz zu unseren Mitmenschen vergrößern. Je nach Lage der Bedrohung kann dieser Abstand größer oder kleiner werden. Wir müssen 1,5 bis 2 Meter Abstand wahren, können uns nicht umarmen, nicht die Hand geben und bleiben auf immer größerer Distanz zueinander.

Es kommt zu Ausgangssperren, Home-Office und zur Schließung von vielen Einrichtungen. Wir haben erlebt, dass Sportstätten, Saunen, Restaurants und fast alle anderen Freizeit-Angebote geschlossen werden. Festivals, Konzerte und andere Veranstaltungen werden für Monate ausgesetzt. Das kulturelle Leben erstickt.

Der Zugang zu Geschäften und Behörden wird ganz verweigert oder massiv eingeschränkt, ohne dass man Alternativen hat. Behörden sind derzeit noch nicht in der Lage, die meisten Dinge online zu regeln, weil sie das einfach nicht für nötig halten oder wollen.

Viele dieser Dinge mögen nötig oder sinnvoll sein, aber das können wir einfach nicht genau sagen. Es gibt dazu nicht viel mehr als Meinungen und Kommentare, die von unterschiedlicher Prägung und Qualität sind. Aber es geht nicht primär an dieser Stelle darum, Recht zu sprechen, einen Fake Check oder einer Meinung den Vorzug zu geben, sondern um die gesundheitlichen Folgen, die sich durch Soziale Distanz ergeben können.

Das passiert mit uns durch Social Distancing / Soziale Distanz:

Gehirnaktivitäten sinken

Unser Gehirn wird weniger gefordert und bekommt weniger positive Impulse, wodurch wir auch Anfälliger für degenerative Veränderungen sein können. Das Gehirn verliert die Leistungsfähigkeit, wenn wir es unterfordern und wenn wir sozialen Entzug erleben.

Produktivität

Wenn unsere Möglichkeiten der Regeneration genommen werden, weil Sport- und Freizeitmöglichkeiten massiv reduziert werden, dann sind wir auch weniger leistungsfähig. Unsere Motivation sinkt, die Freude an der Arbeit lässt nach und wir haben immer weniger Lust, etwas zu tun – in allen Bereichen des Lebens.

Depressionen

Wenn wir depressive Tendenzen haben oder es uns seelisch nicht gut geht, dann haben Depressionen leichteres Spiel, wenn wir uns einigeln müssen. Selbst dann, wenn wir erkennen, dass wir mehr Nähe zu Menschen brauchen, dann vereinsamen wir aufgrund der geltenden Regelungen.

Stress und Angst

Wer sich eingesperrt fühlt und wer Ausgangsbeschränkungen aushalten muss, der ist gestresst und dessen Ängste steigern sich. Wir fühlen uns sehr unwohl und können keine persönliche Hilfe bekommen – zumindest nicht nach unserer Wahl, sondern mit Beschränkungen. Sich mit Masken gegenüber zu sitzen bei einer Psychologischen Beratung ist ein schlechtes Gefühl, wenn wir ängstlich sind.

Wut

Um uns vor Angst und Leid zu schützen, nutzen wir die Wut als Mechanismus. Wir versuchen, Traurigkeit und Niedergeschlagenheit zu entkommen, in dem wir nach innen oder außen aggressiv reagieren.

Suchtprobleme

Wenn wir einsam sind oder uns einsam fühlen, dann werden wir schnell den Lastern zugeneigter sein. Man spielt online, raucht und trinkt mehr, ernährt sich schlechter und gammelt. Sucht ist die Flucht vor Emotionen in vielen Fällen, was gerade massiv zu beobachten ist.

PTBS

Posttraumatische Belastungsstörungen können entstehen, wenn wir uns bedroht fühlen, gestresst sind, keine Ausgleichsmöglichkeiten haben und ängstlich sowie depressiv werden. Wir fühlen uns wie ein Opfer seelischer Gewalt, womit man das Erleben im Inneren durchaus treffend bezeichnen kann in dieser Situation.

Häusliche Gewalt

Es kommt natürlich auch körperlich zu Problemen durch massiv ansteigende körperliche Gewalt, die aus den vorgenannten Dingen logischerweise zunimmt. Wir alle wissen das und auch die Medien weisen darauf hin, dass dieses Problem gerade erschreckende Ausmaße annimmt.

Risikogruppen leiden intensiver

Wer in einer Risikogruppe ist, der leidet noch mehr. Die Ängste sind noch größer, der Rückzug intensiver und auch die Mitmenschen reduzieren aus Vorsicht den Kontakt mit Risikogruppen-Menschen. Ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen haben eingeschränkte Bewegungs- und Kommunikationsmöglichkeiten. Menschen mit bestimmten Erkrankungen haben ohnehin schon viel Leid und Frust angesammelt und nun noch weniger die Chance, sich und ihrem Leben einmal kurz zu entkommen. Alles, was bei jedem „normalen“ Menschen schon vorhanden ist, steigert sich um ein Vielfaches.

Wie gehe ich mit dieser Situation am besten um?

Einige Dinge sind gut geeignet, um uns zumindest ein Stück weit zu helfen, dass es uns besser geht. Nachfolgend einige Gedanken dazu, die gerne in den Kommentaren ergänzt werden können.

  • Nicht zu viele Nachrichten und Social Media nutzen, um nicht immer von den Informationen „erschlagen“ zu werden, die oftmals einer massiven ideologischen Färbung unterliegen.
  • Online Kontakt zu den Menschen pflegen, die man sonst live trifft wie durch Hangouts, Videokonferenzen oder Facetime.
  • Sport treiben und Bewegung, so gut es geht – vielleicht auch im Wald oder dem Wohnzimmer.
  • Bücher lesen, Rätsel lösen und Dokumentationen schauen, damit wir mental fit bleiben. Auch Online Kurse und Tutorials sind eine gute Idee.
  • Gute Hygiene mit sinnvollen Maßnahmen ohne übertriebene Panik ist ein gutes Gefühl.
  • Nicht immer zusammen in der Wohnung nebeneinander und miteinander sein. Am besten ist es, auch einmal in getrennten Zimmern zu sein oder alleine zu spazieren.
  • Meditation und Entspannungstechniken sind ebenso eine schöne Sache, um dem Stress entgegenzuwirken.

Es geht uns allen so in solchen Momenten. Es braucht Verständnis für uns selbst sowie für unsere Mitmenschen, Mitgefühl für andere Ansichten, offene Gedanken und Gespräche. Manchmal braucht es auch professionelle psychologische Beratung - was viele Probleme auch verhindern kann. Es wird besser, aber wir dürfen nicht einfach tatenlos darauf warten – das könnte fatale Folgen haben.


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2 Gedanken zu „Social Distancing kann krank machen

  1. Kameratasche

    Achtsamkeit ist äußerst wichtig. Ich finde soziale Medien spalten mehr, als sie helfen. Die Besinnung auf wesentliche Dinge ist mit das wichtigste.

  2. Harry

    Ja vor allem die Risikogruppen müssen unter den Beschränkungen leiden. Trotzdem sind sie meiner Meinung nach sehr sinnvoll und der einzig sinnvolle Weg das Virus einzudämmen..

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